Pablo González, Director de orquesta.

Prensa

02-12-2008
Das Orchester ist der Star

Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslauten
Die Rheinpfalz

Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslauten. . Alban Gerdhart, cello.

Das zweite Mittagskonzert dieser Saison in der Reihe "`A la carte" war eines der besten, das die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslauten seit der Gründung im Herbst vergangenen Jahres gegeben hat. Die derzeit 111 Musiker sind dabei, aus künstlerischen Individualisten ein harmonisches Kollektiv zu bilden.

Auf diesem viel verspreschenden Weg be/geleitete der erst 33-jährige spanische Dirigent Pablo González das Orchester und hatte massgeblichen Anteil an diesem gesteigerten klanglichen Bewusstsein. Dies war schon zum Auftakt mit der sinfonischen Dichtung "En Saga" (Eine Sage) von Jean Sibelius zu spüren.

Aus dem behutsamen Hervorgehen von Themen und Entwicklungsprozessen aus dem jeweils Vorausgegangenen gewann die imaginäre Sagenillustration eine beklemmende atmosphärische Stimmung. Dabei darf  man dem glänzend disponierten Orchester dieses Mal hohe klangliche Sensibilität, Expresivität und spielerische Solidität bescheinigen. Dabei stand der souverän wirkende, geschickt klanglich balancierende und engagiert inspirierende Gastdirigent aus Spanien für präzise musikalische Abläufe, subtile rythmische Koordination, klare Tempi und deren Einhaltung sowie nahtlos fliessende Überleitungen ein Kurz: mit Gonzalez waltete ein Dirigent mit klaren, einleuchtenden Werk-und Klangvorstellungen, und die konnte er konsequent und stringent umsetzen.

Im Orchester hörte man endlich gefühlvolle Dialoge zwischen den Stimmgruppen, da kamen lyrisch-poetische Stimmungen auf, da liessen feine dynamische Abstufungen aufhorchen. Selbst nach der Aufführung des ersten Cellokonzertes von Camille Saint-Saens festigte sich der Eindruck, wonach der eigentliche "Star" das Orchester ist. Dieses konnte auch im reizvollen Dialog mit dem ausgezeichneten Solisten Alban Gehardt bestehen und reagierte adäquat auf alle gestalterischen Initiativen des Ausnahme-Cellisten.

                                                                                                                                              Reiner Henn

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